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Glastür-Kühlschrank

Wissen

Energielabel beim Getränkekühlschrank: Haushalt (EU 2019/2016) oder Direktverkauf (EU 2019/2018)

Ein Getränkekühlschrank trägt eines von zwei EU-Energielabels: das Haushaltslabel nach Verordnung (EU) 2019/2016 oder das Label für Kühlgeräte mit Direktverkaufsfunktion nach Verordnung (EU) 2019/2018. Beide gelten seit 1. März 2021 und zeigen die Klassen A bis G, aber mit verschiedenen Bezugswerten. Welches Label ein Gerät hat, steht als Verordnungsnummer auf dem Label selbst – vergleichen solltest du immer die kWh pro Jahr.

von der Redaktion aktualisiert am 28. Oktober 2026 5 Min. Lesezeit

Kurz & knapp

Es gibt zwei Label: Haushaltsgeräte nach Verordnung (EU) 2019/2016, Geräte mit Direktverkaufsfunktion nach 2019/2018. Beide nutzen A bis G, die Buchstaben sind aber nicht vergleichbar. Die Verordnungsnummer steht auf dem Label, der QR-Code führt zum Datenblatt in der EU-Datenbank EPREL. Vergleichbar sind nur die kWh pro Jahr. Eine Glastür allein macht übrigens kein Gewerbegerät.

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Ein Getränkekühlschrank mit Glastür ist ein Kühlschrank ohne Gefrierfach, der Flaschen und Dosen hinter einer durchsichtigen, meist mehrfach verglasten Tür kühlt und zeigt; für den Haushalt verkaufte Geräte tragen in der Regel das Energielabel nach der Verordnung (EU) 2019/2016, Geräte für den Verkauf an Kunden das Label für Kühlgeräte mit Direktverkaufsfunktion nach der Verordnung (EU) 2019/2018. Genau an diesem Doppelpack scheitern die meisten Vergleiche: Zwei Geräte zeigen dieselbe Buchstabenskala, rechnen aber mit verschiedenen Formeln.

Welches Gerät bekommt welches Label?

Die Haushaltsverordnung 2019/2016 gilt für netzbetriebene Kühlgeräte mit mehr als 10 und höchstens 1.500 Litern. Ausgenommen sind unter anderem mobile Kühlgeräte und Kühlgeräte mit Direktverkaufsfunktion. Für diese gibt es die eigene Verordnung 2019/2018.

Für Getränke definiert die Verordnung 2019/2018 einen eigenen Unterfall, den Getränkekühler: ein Gerät, das abgepackte, haltbare Getränke außer Wein kühlt, die bei Raumtemperatur eingeräumt werden, und das sie Kunden direkt über Türen, Schubladen oder offene Seiten zugänglich macht.

Wichtig für die Bar-Ecke: Eine Glastür allein macht kein Gewerbegerät. Erwägungsgrund 12 der Haushaltsverordnung sagt, dass Weinlagerschränke und geräuscharme Kühlgeräte wie Minibars, „einschließlich solcher mit durchsichtigen Türen“, keine Direktverkaufsfunktion haben. Entscheidend ist die Direktverkaufsfunktion, nicht das Glas.

Was auf den beiden Labels steht

Beide Labels haben einen QR-Code, den Namen des Lieferanten, die Modellkennung, die Skala A bis G, die Klasse, den Verbrauch in kWh pro Jahr und die Nummer der Verordnung. Der Rest unterscheidet sich:

AngabeHaushalt, VO 2019/2016Getränkekühler, VO 2019/2018
VolumenSumme der Kühl- und Kaltlagerfächer, ggf. TiefkühlfächerBruttorauminhalt der gekühlten Fächer
GeräuschLuftschallemission in dB(A) re 1 pW plus Klasse A bis Dkeine Angabe
Temperaturkeine Angabe auf dem Labelhöchste durchschnittliche Fachtemperatur in °C
Umgebungkeine Angabe auf dem Label (Klimaklasse im Datenblatt)höchste Umgebungstemperatur in °C
Verordnungsnummer„2019/2016“„2019/2018“

Daraus folgt ein schneller Check: Zeigt das Label eine Geräuschklasse, ist es ein Haushaltslabel. Zeigt es eine Umgebungstemperatur wie 25 oder 32 °C, ist es ein Getränkekühler-Label. Was die dB-Angabe bedeutet, erklärt der Ratgeber Lautstärke in dB.

Drei Geräte, drei Buchstaben: warum B nicht besser sein muss als E

Die Buchstaben sagen nur innerhalb einer Verordnung etwas. Drei Beispiele mit belegten Daten zeigen, wie weit das auseinanderliegt:

GerätLabelKlassekWh pro JahrVolumenQuelle
Neff KU1212FE0 (Unterbau-Kühlschrank, keine Glastür)Haushalt (mit Geräuschklasse)E93134 lDatenblatt Neff
Liebherr UBCgb 3731 (Unterbau-Getränkekühlschrank, Glastür)2019/2018, GetränkekühlerB160,6135 l bruttoProduktinformationsblatt Liebherr
METRO Professional GSC42402019/2018, GetränkekühlerC449237 l bruttoEPREL Nr. 399642

Der Liebherr trägt ein „B“ und braucht trotzdem rund 70 % mehr Strom als der Neff mit „E“ bei fast gleichem Volumen. Das ist kein Widerspruch: Beide Buchstaben stammen aus verschiedenen Skalen. Bemerkenswert ist auch, dass Liebherr einen Unterbau-Getränkekühlschrank für die Küche als Getränkekühler nach 2019/2018 einstuft – das Gewerbelabel taucht also auch bei Geräten auf, die in Privathaushalten stehen. Wie sich die Klassengrenzen beider Skalen unterscheiden, zeigt die Seite Klasse C oder F?.

Der QR-Code und EPREL: wo die Details stehen

Jedes Label hat einen QR-Code. Er verlinkt auf den öffentlichen Teil der EU-Produktdatenbank EPREL, in die der Lieferant die Daten des Modells eintragen muss. Beim METRO GSC4240 zum Beispiel stehen dort: Getränkekühler nach Verordnung 2019/2018, Klasse C, Energieeffizienzindex 34,9, 449 kWh pro Jahr, 237 Liter brutto, LED-Licht und eine höchste Umgebungstemperatur von 25 °C.

Für Haushaltsgeräte legt Anhang V der Verordnung 2019/2016 fest, was das Produktdatenblatt enthalten muss. Für Getränkekühlschrank-Käufer sind vor allem diese Felder interessant:

  • Bauart: Einbaugerät oder freistehend
  • Geräuscharmes Gerät: ja oder nein
  • Klimaklasse sowie Mindest- und Höchstumgebungstemperatur, für die das Gerät geeignet ist
  • Gesamtabmessungen in Millimetern und Gesamtrauminhalt
  • Luftschallemissionen in dB(A) re 1 pW und die Geräuschklasse

Gerade die Mindestumgebungstemperatur entscheidet, ob ein Gerät in einen kühlen Keller darf. Wie die Klimaklassen funktionieren, erklärt der Ratgeber Klimaklasse.

Werbung und Onlineshops: was angezeigt werden muss

Beide Verordnungen verpflichten Händler, dass jede sichtbare Werbung für ein bestimmtes Modell, auch im Internet, die Energieeffizienzklasse und das Spektrum der Klassen enthält. Im Onlineshop muss das Label in der Nähe des Preises erscheinen – direkt oder über ein Bild, das es beim ersten Klick öffnet –, und das Produktdatenblatt muss abrufbar sein (VO 2019/2016, Anhang VIII).

Der Haken im Alltag: Viele Angebotstitel nennen nur einen Buchstaben, etwa „Energieklasse C“, ohne die Verordnung. Für die Geräte in unserem Vergleich haben wir außer beim METRO keinen EPREL-Eintrag gelesen. Beim TRIUMPHKEY 90 L mit „C“ im Titel ist es deshalb vermutlich ein Label nach VO 2019/2018 – ohne EPREL-Eintrag unbelegt.

So liest du das Label in drei Schritten

  1. Verordnungsnummer suchen

    Auf dem Label steht 2019/2016 oder 2019/2018. Nur Geräte mit derselben Nummer kannst du über den Buchstaben vergleichen.
  2. kWh pro Jahr ablesen

    Der Verbrauch steht auf beiden Labels. Haushalts-Glastürgeräte von 36 bis 115 Litern liegen laut Anbietern bei 76 bis 104 kWh pro Jahr; Werte um 330 kWh und mehr sind Gewerbe-Niveau.
  3. QR-Code scannen

    Der Link führt zu EPREL. Dort stehen Volumen, Klimaklasse oder Umgebungstemperatur und beim Haushaltslabel die Geräuschwerte.

Was das für deine Kaufentscheidung heißt

Das Label sagt dir, ob ein Gerät effizient ist – aber nur im Vergleich mit Geräten derselben Verordnung. Für deine Stromrechnung zählen die kWh pro Jahr. Welche Getränkekühlschränke wenig verbrauchen und wie du die Kosten ausrechnest, zeigt der Ratgeber Getränkekühlschrank mit wenig Stromverbrauch. Wie wir Werte aus Titeln, Angeboten und EPREL kennzeichnen, steht unter So bewerten wir; alle Setups findest du auf der Startseite.

FAQ – oft gefragt

Was bedeutet „Direktverkaufsfunktion“ auf dem Energielabel?

Laut Verordnung (EU) 2019/2018 ist ein Kühlgerät mit Direktverkaufsfunktion dazu da, Kunden gekühlte Waren zu präsentieren und zu verkaufen, die direkt über offene Seiten, Türen oder Schubladen zugänglich sind. Ein Unterfall ist der Getränkekühler für abgepackte Getränke außer Wein. Minibars und Weinlagerschränke sind ausdrücklich ausgenommen.

Gilt das Haushalts-Energielabel auch für Minibars und Glastür-Mini-Kühlschränke?

Für Minibars und Weinlagerschränke ja. Erwägungsgrund 12 der Verordnung (EU) 2019/2016 stellt klar, dass sie keine Direktverkaufsfunktion haben, „einschließlich solcher mit durchsichtigen Türen“, und deshalb unter das Haushaltslabel fallen. Bei anderen Glastür-Geräten hängt es an der Direktverkaufsfunktion; welche Verordnung der Lieferant angewendet hat, steht als Nummer auf dem Label.

Wie finde ich heraus, nach welcher Verordnung mein Kühlschrank gelabelt ist?

Auf dem Label selbst: Beide Verordnungen verlangen, dass die Nummer der Verordnung aufgedruckt ist, also 2019/2016 oder 2019/2018. Außerdem führt der QR-Code zum Eintrag in der EU-Produktdatenbank EPREL. Dort steht die Verordnung, die Klasse, der Verbrauch in kWh pro Jahr und das Volumen. Fehlt das Label im Angebot, frag den Anbieter nach der EPREL-Nummer.

Gibt es bei Getränkekühlschränken noch A+++?

Nein. Die alte Skala A+++ bis D aus der Verordnung 1060/2010 wurde mit Wirkung vom 1. März 2021 aufgehoben. Seitdem zeigen beide Kühlgeräte-Label die Klassen A bis G. Wer bei einem Getränkekühlschrank heute „A+“ liest, hat einen veralteten Ratgeber oder ein Altgerät vor sich.

Warum hat mein Getränkekühlschrank keine Geräuschklasse auf dem Label?

Weil er vermutlich das Label nach Verordnung (EU) 2019/2018 trägt. Das Haushaltslabel nach 2019/2016 zeigt die Luftschallemission in dB(A) re 1 pW samt Geräuschklasse A bis D. Das Getränkekühler-Label nach 2019/2018 zeigt stattdessen den Bruttorauminhalt, die höchste Fachtemperatur und die höchste Umgebungstemperatur, aber keinen Geräuschwert.

Belege & Quellen

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Wer hier schreibt

Redaktion getraenkekuehlschrank-glastuer.de

Kühltechnik-Check für Setup, Keller & Garage

Wir sind die Redaktion von getraenkekuehlschrank-glastuer.de. Wir lesen Energielabel-Datenblätter aus EPREL, EU-Verordnungen, Bedienungsanleitungen und Anbieterangaben und übersetzen Liter, dB, kWh und Klimaklassen in klare Kaufberatung. Eigene Messungen oder Labortests machen wir nicht – das sagen wir offen.

  • EPREL & EU-Verordnungen gelesen
  • Anbieterangaben als solche markiert
  • Keine Labortests – offen gesagt
  • Betreiberangaben im Impressum

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